Braucht es überhaupt Politiker ?
Kolumne Bödeli-Info November 2013
Im kommenden Jahr finden Regierungs- und Grossratswahlen statt.
Es gibt kaum eine Partei, die ihre Wahllisten mühelos mit 16 Kandidatinnen und Kandidaten füllt. Ein Aufruf zum Engagement !
Unsere Gesellschaft findet ein Wandel statt. Weg von der Gemeinschaft hin zum Individualismus.
Eine zunehmend breite Schicht interessiert sich kaum mehr für die Politik. Das spüren alle Parteien, egal welcher Couleur sie sind. Und gerade weil das so ist, ändert sich auch der politische Stil. Politikerinnen und Politiker wollen wahrgenommen werden. Eigentlich wollen sie zeigen, dass sie den ihnen erteilten Auftrag ernst nehmen und sich für die Anliegen Ihrer Wählerinnen und Wähler einsetzen. Aber letztendlich geht es um nichts anderes als um „Marketing“. Auch das gilt für alle Politiker und Parteien gleichermassen. Sie wollen sich bemerkbar machen, sei es in Form einer Kolumne (wie ich sie hier schreibe), eines Leserbriefs oder in Form eines Zeitungsberichts. Angesichts der zunehmenden Informationsflut wird es immer schwieriger auch tatsächlich wahrgenommen zu werden. Wer polarisiert und poltert, dem gelingt das meistens. Ob die Idee gut ist, ob sie tragfähig oder gar noch staatspolitisch sinnvoll ist scheint kaum mehr eine Rolle zu spielen. Hauptsache eine Schlagzeile. Ich hüte mich davor hier konkrete Beispiele zu nennen. Es gibt sie hüben und drüben.. Zunehmend ins Hintertreffen geraten jene, die im Hintergrund nach mehrheitsfähigen Lösungen suchen. All das führt dazu, dass Politikerinnen und Politiker zu jener „Berufsgruppe“ gehören, die laut Readers Digest am Schluss der Liste der vertrauenswürdigen Personen zu finden sind.
Und genau deshalb: Es ist wichtig sich zu engagieren. Unser Staat ist ein Gemeinwesen, das wir alle tragen. Es kann nur dann funktionieren, wenn die Meinung der Bevölkerung möglichst repräsentativ in die Diskussionen mit einfliesst, Es braucht das Engagement der Parteien und der Politikerinnen und Politiker die ihre Haltungen vertreten um mehrheitsfähigen Lösungen zum Durchbruch zu verhelfen. Nimmt die oben beschriebene Tendenz zu, funktioniert dieses System nicht mehr. Dies hat in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts in unserem Nachbarland zu einer zentralistischen Diktatur geführt. Das will ja eigentlich niemand. Wir haben die Demokratie eingeführt und wollen sie behalten !
Die Bevölkerung kann bei den Wahlen entscheiden, in welche Richtung unser Gemeinwesen die nächsten vier Jahre gesteuert wird. Dies gelingt jedoch nur dann, wenn sich genügend Leute der Wahl stellen. So wird gewährleistet, dass die Anliegen auch repräsentativ vertreten werden. Deshalb braucht es volle Listen, mit drei Kategorien von engagierten Kandidatinnen und Kandidaten : 1. die Bisherigen, 2. die Ambitionierten, die allenfalls einen Bisherigen verdrängen wollen und 3. die Kandidatinnen und Kandidaten die sich mit der Absicht zur Verfügung stellen jener Partei, die ihre Anliegen am besten vertritt zu einem grösseren Gewicht zu verhelfen, ganz im Bewusstsein, dass die Wahlchancen gering sind. Wahlen sind letztendlich eine Teamaufgabe bei dem es alle drei Kategorien zwingend braucht.
Wenn Sie sich für eine der drei Rollen entscheiden können, dann melden Sie sich bei der Partei Ihres Vertrauens. Das bisher untervertretene östliche Oberland braucht eine starke Stimme in Bern.
Diese Aussagen gelten für alle Parteien. Alle sind wichtig. Es kommt auf die Mehrheiten an.
Meine Adresse für die Anmeldung Ihrer Kandidatur haben Sie ja 😉 .