Gehen Sie bitte wählen !
Kolumne Bödeli-Info April 2014
Ende März wird das Kantonsparlament und die Kantonsregierung neu gewählt. Sie haben die Möglichkeit zu bestimmen, wer Ihre Interessen im Bern am besten vertritt. Seit acht Jahren sind die Wahlkreise deutlich grösser. Während früher die Amtsbezirke gleichzeitig auch Wahlkreise waren, sieht das heute völlig anders aus. Neu umfasst unser Wahlkreis die Verwaltungsregion Oberland, also die Verwaltungskreise Obersimmental-Saanenland, Frutigen-Niedersimmental und Interlaken-Oberhasli. Kurz : das ganze Berner Oberland ohne Thun. Ganz neu werden wegen der geringeren Bevölkerungsentwicklung nur noch 16 statt wie bisher 17 Sitze zu besetzen sein. Dass Vertreter aus dem östlichen Oberland nach Bern geschickt werden, hängt also nicht nur davon ab wie gut sich die Kandidatinnen und Kandidaten hier in der Gegend positionieren, sondern sie sind auf die Stimmen aus dem ganzen Berner Oberland angewiesen. Von den 16 zu vergebenden Sitzen würden dem östlichen Oberland gemessen an der Bevölkerungszahl eigentlich sieben bis acht Sitze zustehen. Tatsächlich sind wir nach dem Rücktritt von Emil von Allmen nur gerade zu sechst. Das hat leider auch mit der schlechten Stimmbeteiligung in unserer Region zu tun. Während bei den Wahlen 2010 im Verwaltungskreis Frutigen-Niedersimmental die Stimmbeteiligung bei knapp 40% und im Obersimmental-Saanenland bei 43% lag, waren es im Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli gerade einmal 28%. Schon nur dieser Unterschied hat sehr viel dazu beigetragen, dass wir in Bern untervertreten sind. Die sechs bisherigen Grossrätinnen und Grossräte aus dem östlichen Oberland harmonieren unabhängig von der Parteizugehörigkeit in wichtigen unsere Region betreffenden Fragen, in den allermeisten Fällen sehr gut. Sie bringen auch das Verständnis für die besonderen Anliegen auf. Der Einfluss wäre noch grösser, käme da die eine oder andere Stimme noch dazu. Mit der miserablen Stimmbeteiligung überlassen wir die uns betreffenden Anliegen mehr und mehr anderen, wir werden zunehmend fremd bestimmt. Da hilft es wenig, wenn wir uns beklagen, dass wir da und dort zu kurz kommen. Wir hätten es mindestens zum Teil selber in der Hand. Der Leidensdruck scheint ganz offensichtlich zu wenig stark zu sein, um Verantwortung zu übernehmen und mit dem Wahlzettel für die Region einzustehen ! Ich schreibe das unabhängig davon wen Sie auf Ihren Zettel schreiben. Es wäre hier auch nicht der richtige Ort für politische Werbung. Die finden Sie auf den vorderen Seiten dieses Bödeli-Info.
Die aktuellen Entwicklungen in den Ländern in denen keine freien Wahlen stattfinden zeigen es : Frei wählen zu können ist ein Privileg ! Gerade das Argument „die z‘ Bärn mache sowieso was sie wei“ spricht dafür, dass Sie zum Wahlzettel greifen ! Damit haben Sie Einfluss darauf welche Grundhaltungen gestärkt oder geschwächt werden sollen. Mit der Stimmabstinenz überlassen Sie die wesentlichsten Entscheidungen anderen. Nicht nur anderen Personen, sondern eben auch und insbesondere den anderen Regionen. Das darf nicht sein. Es stehen sehr wichtige Entscheidungen an und es muss unser gemeinsames Ziel sein unsere Position zu stärken um ihnen zum Durchbruch zu verhelfen. Auch und gerade gegenüber den anderen Regionen im Berner Oberland, die zu uns in manchen Fragen in Konkurrenz stehen. Darum bitte ich Sie dringend : Füllen Sie den Wahlzettel aus und reichen Sie ihn rechtzeitig ein – für eine starke Vertretung des östlichen Oberlandes in Bern.